Freitag, 26. April 2013

Wochenprogramm in den Sommerferien „Karunai-Karangal-Training“ (15.04.2013 bis 21.04.2013)



Am 15.04.2013 begannen für unsere Mädels die langersehnten Sommerferien, nachdem sie in der Woche zuvor ihre Examen geschrieben hatten. Leider galt dies noch nicht für die Mädchen, die nach den Ferien in die zehnte Klasse gehen. Sie müssen noch bis zum 27.04.2013 die Schule besuchen. Für die anderen Kinder hieß es nun, sechs Wochen Ferienprogramm. Die erste Ferienwoche lag unter dem Motto „Karunai-Karangal-Training“. Es wurde ein Programm im und um das Haus angeboten.  

Zu diesen Angeboten gehörte ein Computerkurs, ein Tanztraining, sowie Angebote unsererseits. Das Highlight der Woche sollte dann der Besuch von Charles am Ende der Woche werden. 

Der Computerkurs sah folgendermaßen aus: Die Kinder wurden in vierer Gruppen eingeteilt, in denen sie einmal am Tag eine Stunde das Zehnfingerschreiben lernten. Dafür gab es ein extra Programm, was den Kindern von selber erklärt hat, was sie zu tun hatten. Wir konnten beobachten, dass es den Kindern nicht immer leicht fiel die Aufgaben zu erledigen, dennoch hatten sie viel Spaß daran und gaben sich große Mühe. Weiter stellten wir das Programm „Microsoft“ vor und was man mit diesem alles machen kann. Dies stellte wiederum für uns eine Herausforderung dar, weil wir uns zunächst selber über das Thema informieren mussten (hier wäre ein Informatikstudium hilfreich gewesen) und es dann anschließend ins Englische zu übersetzten. Außerdem gab Thomas eine Stunde zum Thema „Microsoft Office“. Er erklärte den Kindern die verschiedenen Programme und was man alles mit ihnen machen kann. Weiter vertiefte er das „Word“-Programm, mit dem die Kinder in Zukunft mehr arbeiten sollen.

Während der ersten Ferienwoche kam jeden Tag eine Tanzlehrerin für zwei Stunden, um den Mädchen traditionellen, indischen Tanz mit dem Namen „Bharatha Nattiam“ zu lehren. Zunächst brachte sie ihnen bei, welche Bewegungen gemacht werden müssen, bevor man überhaupt anfängt zu tanzen. Danach wurden nacheinander, verschiedene Schrittweisen eingeübt. Dies passierte in verschiedenen Gruppen, da  dieses Tanztraining schon seit drei Jahren in den Ferien stattfindet und es somit eine fortgeschrittene Gruppe gibt. Die Mädchen hatten sehr viel Spaß, die verschiedenen Schritte zu lernen und zeigten viel Freude dabei. Auch sah man ihren Ehrgeiz alles richtig machen zu wollen. Sie übten zwischendurch immer wieder die einzelnen Abläufe, um vor der Lehrerin glänzen zu können. Wir waren sehr begeistert davon, wie schnell und gut sie sich alles merken konnten, wir selber hatten nämlich größere Probleme damit. Jede Schrittfolge wurde nämlich immer in drei verschiedenen Geschwindigkeitsstufen eingeübt. Die Letzte und Schnellste bereitete uns jedes Mal große Schwierigkeiten. Aber auch wir hatten Spaß daran. Ab dem 13.05.2013 soll dieses Tanztraining dann weiter gehen.

Da die Kinder während der Ferien den ganzen Tag zu Hause sind, konnten auch wir die Chance ergreifen mehr mit ihnen zu machen. Zunächst füllten wir mit jedem Mädchen eine Art Steckbrief aus, um auf diese Weise noch einmal mehr über jedes einzelne zu erfahren. Außerdem begonnen wir damit die Fußreflexzonenmassage bei ihnen anzuwenden. Dabei kamen jeden Tag vier Mädchen an die Reihe. Jeder von uns hatte somit zwei „Patienten“ zum Verwöhnen. Dabei stellten wir fest, dass zwei Personen auch vollkommen ausreichend sind. Unsere Hände hätten nicht viel mehr geschafft. Sie müssen sich erst einmal an die harte Arbeit, so wie die ledrige Haut gewöhnen ;-).

Weiter machten wir ein kreatives Projekt mit den Mädels. Um an unsere Spiele zum Thema „Teambuilding“ anzuknüpfen, wollten wir auch etwas im Hause verewigen, was die Kinder daran erinnert, dass sie eine lange Zeit zusammen verbringen. Aus diesem Grund machten wir einen Weg mit den Fußabdrücken jedes Mädchens. Sie durften sich eine Farbe aussuchen, die wir unter ihre Füße pinselten, danach mussten sie sich auf eine Pappe stellen und die Füße fest auf den Boden drücken. Hierzu bastelten wir den Slogan „Karunai Karangal – Together on the same Way“. 

Nun hängt unser Projekt an der Wand zur Yogahalle, so dass die Kinder ihn jeden Tag sehen können und an ihre gemeinsame Zeit erinnert werden. 



Auch nutzen wir die Zeit um ein Großgruppenspiel zu machen. Wir bereiteten das Chaosspiel vor, bei dem wir aus eigener Erfahrung wissen, dass es ein tolles Spiel für Kinder ist. Wir verteilten 70 Zettel mit Zahlen und Begriffen auf dem gesamten Gelände und teilten die Mädels in sechs Gruppen ein. Ihre Aufgabe bestand darin mit einer Spielfigur einen vorgegebenen Weg abzugehen, dabei mussten sie würfeln und dann die Zahl auf der sie landeten suchen gehen. Wenn sie diese gefunden hatten, musste sie den Zettel umdrehen und sich den Begriff merken, der dort aufgeschrieben war. 
Mit dieser Information kamen sie zu uns zurück und bekamen eine Aufgabe, wie zum Beispiel: „Schreibt ein Gedicht für Alfonsa“ oder „Malt jedem von euch eine Blume ins Gesicht“. Zu unserer Überraschung verstanden die Mädchen das Spiel sofort (vielleicht wird unser Englisch mittlerweile auch ein wenig besserJ) und hatten großen Spaß daran. Sie rannten aufgeregt über das Gelände und freuten sich auf jede neue Aufgabe. Somit waren sie ein bisschen enttäuscht, als wir das Spiel nach drei Stunden, aufgrund der Dunkelheit beenden mussten. Sie äußerten sofort den Wunsch es noch einmal spielen zu dürfen. Dies wird sicherlich  der Fall sein. Als Dankeschön sangen die Mädchen ein Lied für uns, welches wir ihnen am Anfang der Woche beigebracht haben. Es ist eigentlich ein deutsches Klatschlied, das über einen Elefanten geht, welches wir aber ins Englische übersetzt haben. 

Am Freitag, den 19.04.2013 kam Charles dann endlich gegen 19:00 Uhr bei uns an. Alle bereiteten sich auf diesen hohen Besuch vor und das Haus glänzte nach einer großen Putzaktion. Nachdem Duschen zogen die Mädchen ihre besten Kleider an und machten sich nett zurecht. Auch wir wurden von Abi und Regi in indische Damen verwandelt. Wir trugen zum ersten Mal einen Sari. Dabei haben wir festgestellt, dass es gar nicht einfach ist, diesen richtig anzuziehen und sich damit damenhaft zu bewegen. Auch hatten wir die ganze Zeit Angst, dass unser Bauch zu sehen war (was hier nicht schlimm ist) oder dass uns das ganze Tuch vom Leibe fällt. Charles war sehr begeistert, als er uns so sah und es wurden erst einmal viele Fotos gemacht. 

Zur Begrüßung sprach Thomas einige nette Worte und die Mädels begannen mit ihrem Tanzprogramm, welches sie extra für Charles einstudiert hatten. Gemeinsam mit ihm kamen noch drei weitere Priester, die sich das Haus interessehalber anschauen wollten. Auch sie sagten ein paar Worte zur Begrüßung. Als Willkommensgeschenk gab es für jeden der Priester, wie auch für Victor, den man natürlich nicht vergessen darf, einen Scharl. Dieser hat die Bedeutung einer Umarmung und soll großen Dank symbolisieren. Zum Abschluss des Abends gab es noch ein großes Festessen. Nach dem Essen setzte sich Charles noch mit den Kindern zusammen und erzählte ein wenig mit ihnen. Außerdem lernte er die Namen, der Kinder die im vergangenen Jahr neu ins Haus gekommen waren. Auch ihm wurde nochmal unser „Elefantenlied“ vorgesungen.

Sophie und Meike

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