Donnerstag, 7. März 2013

Jetzt geht’s richtig los! (05.03.13)



Heute Morgen um 11:00 Uhr begann die Fahrt zum Kinderheim von Karunai. Wir hatten eine Fahrt von ca. vier Stunden vor uns. Glücklicherweise wurden wir von Victor hierher gebracht. Er fährt ein Auto mit KlimaanlageJ.
Auf dem Weg machten wir einen Zwischenstopp bei einem Reptilienzoo. Dort konnten wir verschiedene Arten von Schlagen und Krokodilen, sowie Schildkröten beobachten. Dabei hörten wir auch, dass in Pondicherry (der Ort wo wir leben) ein paar dieser Schlagen leben. Dies erfreute uns natürlich ganz besonders –nicht-.

Um ca. fünf Uhr erreichten wir dann endlich das Waisenhaus. Dort wurden wir schon von den Mädchen und Mr. Thomas empfangen. Sie legten uns Blumenketten um, überfielen uns mit neugierigen Fragen und tanzten für und mit uns zur indischen Musik. Alle waren sehr offen und lieb zu uns. Sie freuten sich uns zu sehen und wichen nicht mehr von unserer Seite. Dies war ein unglaublich toller Empfang, so dass wir uns von Anfang an hier sehr wohlfühlen. Auch Mr. Thomas gibt sich sehr viel Mühe, damit wir uns hier zu Hause fühlen. 

Da wir jetzt schon verschiedene Orte von Indien gesehen haben, ist uns aufgefallen, dass Pondicherry zu den ärmeren Städten gehört. Hier gibt es viele Slums direkt an der Straße, in der Stadt sowie auf dem Land. Und der Verkehr ist noch schlimmer, als der in Chennai, da hier mehr Menschen mit dem Roller unterwegs und die Straßen deutlich schlechter sind. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir uns es nicht vorstellen, einmal selber mit dem Roller in die Stadt zu fahren. Wir sind gespannt, ob sich dies noch ändert. Jetzt hoffen wir auf einen guten Start und freuen uns auf die Arbeit mit den Mädchen.


Unser Willkommensgeschenk mit den Landesfraben von  Deutschland und Indien!
















 
Meike und Sophie

Mittwoch, 6. März 2013

Rikchafahren – welch ein Spaß (04.03.2013)


Heute war der Tag gekommen, an dem wir erstmalig alleine Chennai ohne Victor erkundet haben. Da er Lehrer an einer Schule ist, musste er natürlich arbeiten gehen. Wir besprachen im Vorhinein, was wir an diesem Tag tun konnten. Er organisierte uns einen Rikchafahrer, der uns wichtige Punkte in Chennai zeigen sollte. Falls ihr euch jetzt fragt, was eine Rikcha ist, hier ein Foto zum Verstehen.













„Natürlich ein indisches Taxi“

 

 Wir fuhren zunächst zur St. Thomas Church und zu dessen Grabstätte. Dort erfuhren wir, was so besonders daran war. Thomas war einer von Jesus Aposteln, der 52n Christus nach Indien kam und den Märtyrertod erlitt, weil er das Wort Gottes verkündet hat.





Danach gingen wir zu einem Tempel (Hindugebetsstätte), wo wir zwei unglaubliche Erfahrungen machten. Als wir am Eingang auf unseren Rikchafahrer (Sebastian) warteten kam eine Frau auf uns zu und legte uns Blumenketten um. Wir wussten nicht wie uns geschah und was wir zu tun hatten. Als Sebastian zurückkam, sah er das und bezahlte für uns die Ketten (ganz schön peinlich). Vor Betreten des Tempels mussten wir die Schuhe abgeben, da man ihn nur Barfuß begehen darf. Doch da kam das nächste Problem. Wir standen im dunklen mit Räucherstäbchenduft überfüllten Tempel und wurden direkt wieder rausgeworfen. Da wir nicht verstanden haben wieso wir wieder gehen sollten, Sebastian den wütenden Mann, wo das Problem läge. Zuerst sagte er, dass wir nicht fotografieren dürfen. Dies akzeptierten wir und packten unsere Kameras weg. Doch damit war er immer noch nicht zufrieden und bat uns weiterhin zu gehen. Später stellte sich heraus, dass nur Inder den Tempel betreten dürfen. Aus diesem Grund haben wir uns noch ein bisschen das Außengelände angeguckt und sind danach weiter in die Stadt gefahren.

Dort hat Sophie, in einem Einkaufszentrum, endlich eine kleine Umhängetasche gefunden (wir haben gefühlte 3 Jahre damit verbracht, eine passende zu finden, da es in Indien nicht typisch ist Taschen dieser Art zu tragen, sie haben fast nur Taschen mit kurzem Henkel).
Nachdem der Einkauf beendet war, sollte die Fahrt zum Pfarrhaus 15 Minuten betrage. Daraus wurden dann aber geschlagene anderthalb Stunden. Das Problem lag darin, dass ein paar Straßen wegen einer Demonstration gesperrt worden waren. Dies ermöglichte uns jedoch den indischen Verkehr hautnah mitzuerleben und weiter Teile der Stadt zu sehen. Eine Abkürzung führte durch einen Slum. So bekamen wir einen ersten Eindruck, wie ärmer Mitbürgen in Indien wohnen. Es war erschreckend zusehen, unter welchen Umständen sie dort „hausen“ und wie schlecht es ihnen geht. Victor erzählte uns jedoch später, dass viele dieser Menschen vom Staat eine Wohnung geschenkt bekommen haben, sie diese aber weiter verkauften, um mehr Geld zu haben. Damit erhoffen sie sich eine weiter Wohnung geschenkt zu bekommen, um weiter Geld zu verdienen. Victor sagte: „That´s their business!“
Am Abend fuhren wir zusammen mit Victor zu einem großen Sari Geschäft, welches über sechs Etagen ging und über zig 1000 Saris, in allen Farben die man sich vorstellen kann verfügte. Außerdem gingen wir in ein Juwelengeschäft, welches ebenfalls über sechs Ebenen ging und eine unvorstellbare Menge an Goldschmuck ausgestellt hatte. Kann man sich diesen leisten, zeigt man damit wie wohlhabend man ist. Dies war sehr beeindruckend für uns, da wir zuvor noch nie eine vergleichbare Menge an Goldschmuck gesehen hatten. Um diesem Erlebnis noch eins draufzusetzten, fuhren wir zum St. Thomas Hill. Von dort aus hatten wir eine unglaubliche Aussicht über ganz Chennai (naja, ganz Chennai werden wir wohl nicht gesehen haben, da dort ca. 16.000.000 Menschen leben).

 
Außerdem hatten wir mit Victor ein längeres Gespräch über die verschiedenen Traditionen von Indien. Er erzählte uns Beispielweise etwas über den berühmten „Inder-Punkt“. Frauen die der hinduistischen Religion angehören, können dies als Zeichen ihrer Zugehörigkeit tragen. Dabei spielt die Farbe keine Rolle, diese können sie passend zu ihrer Kleidung wählen. Desweitern bekommen sie einen Strich am Haaransatz, wenn sie geheiratet haben.
Als wir wieder zurück ins Pfarrhaus kamen, stellten wir überraschenderweise fest, dass wir wieder Internet auf unseren Handys hatten. So nutzen wir den Rest des Abends (bis 01:30 Uhr morgens), um mit unseren Liebsten zu skypen. Trotz oder gerade wegen der vielen neuen Eindrücke vermissen wir sie doll.

Meike und Sophie

Sonntag, 3. März 2013

DakshinaChitra (03.03.2013)



Die erste Nacht in Indien war warm und laut. Dennoch haben wir ein paar Stunden Schlaf gefunden. Wir wurden um 07:00 Uhr morgens von der heimischen Messe (die gegenüber des Pfarrhauses, draußen stattfand) geweckt. Da wir jedoch um 08:00 Uhr zum Frühstück gingen, passte dies gut in unseren Zeitplan. Nach dem Frühstück fuhren wir mit Victor und seinen Töchtern zu einem „wonderful place“, wie sie sagten. Dieser Ort nennt sich DakshinaChitra und ist mit einem Freilichtmuseum vergleichbar. Dort wurde uns verdeutlicht, wie früher, im Süden Indiens, gelebt wurde. Es war sehr beeindruckend für uns zu sehen, wie viel Handarbeit auch heute noch in Indien geleistet wird. Dies haben wir direkt auch an uns ausprobieren lassen. Wir sind jetzt stolze Besitzerinnen eines Henna Tattoo.
 
Auch machten wir dort unsere erste    Erfahrung mit einer frischen Kokosnuss. Zunächst durften wir mit einem Strohhalm daraus trinken, danach konnten wir noch das weiche (sehr sehr weiche) Fruchtfleisch essen. Dies hat uns leider nicht so zugesagt. Aber wie sagt man so schön: Probieren geht über Studieren! Wir haben daraus gelernt und werden beim nächsten     Mal dankend ablehnen.


 
Auf dem Rückweg sind wir dann noch bei einem Restaurant angehalten. Dort haben wir dann doch auf die uns altbekannte Küche zurückgegriffen. Es gab Pommes mit Burger und Chicken. Dies hat uns sehr gut geschmeckt. Bei diesem Essen, wie auch beim Essen am Vortag, wurde uns bewusst, dass es hier auch eine andere Esskultur gibt. Wenn man hier etwas zu Essen bestellt, bekommen immer alle, die am Tisch sitzen etwas davon ab. So isst man nicht nur das, was man bestellt hat, sondern auch etwas vom Essen der anderen.

Ankunft in Chennai (02.03.2013)




Mit dem Auto wurden wir dann in die Stadt zu unserer Unterkunft gefahren. Anschnallen konnten wir uns nicht, was wir jedoch im Nachhinein gerne getan hätten. Der Verkehr war etwas anderes als wir das aus Deutschland gewohnt sind. Um zu sagen GANZ anderes. Jeder fährt wie er will, es wird nur gehupt, der stärkere gewinnt aber keiner meckert. Einfach verrückt. Wir müssen uns erst einmal daran gewöhnen, was wohl noch was dauern wird. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig. Was vielleicht auch daran liegt, dass wir bekannte Hits, vor allem aus den 90er im Auto hören.
Bei der Autofahrt bekamen wir einen ersten Eindruck der Stadt. Unterschiede zu Deutschland waren dabei nicht zu Übersehen. Dennoch können wir sagen, dass es saubere und schöner ist, als wir es erwartet haben. Auch mit unserem Zimmer im Pfarrhaus hier sind wir sehr zufrieden. Alle Priester sind sehr nett und zuvorkommen.
Nachdem wir dann im Pfarrhaus angekommen sind, mussten wir uns zunächst einmal von unserer langen Reise ausruhen. Dies taten wir dann mit einem Mittagsschlaf. Danach verabredeten wir uns mit Victor und seiner Familie (sehr nette Menschen) die mit uns in die Stadt fuhren um die ersten Indischen Kleidungsstücke zu kaufen. Außerdem waren sie sehr bedacht darauf, dass wir etwas zu essen und zu trinken bekamen. So konnten wir das erste Indische Essen kennen- und mögen lernen. Nach einem erfolgreichen Einkauf wurde uns dann der Strand gezeigt. Wir waren sehr überrascht, wie viel dort los war. Überall standen Menschen, die etwas zu Essen verkauft haben oder ein „Karussell“ betrieben. Wir durften auch einmal „Luftballonsschießen“ ausprobieren.
Somit endete unser erster Tag und wir gingen mit vielen positiven Eindrücken ins Bett.

Der große Tag ist gekommen (01.03.2013)



Am 01.03.2013 war es endlich soweit, wir machten uns auf den Weg zum Flughafen in Düsseldorf. Von dort aus sollte unsere Reise beginnen. Das erste Ungewohnte begegnete uns schon direkt beim Abflug. Uns wurden warme, weiche nach Zitrone riechende Tücher gereicht, doch wir wussten nicht wozu sie gut sein sollten. Deshalb schauten wir uns ein bisschen im Flugzeug um und beobachteten andere Reisende und taten ihnen es gleich (sie waren dazu da, Hände und Gesicht zu reinigen). Der Flug bis Dubai verlief ohne große Komplikationen und wurde uns dadurch versüßt, dass wir leckeres Essen gereicht bekamen und eine große Auswahl von Filmen uns zur Verfügung stand.
In Dubai angekommen kamen dann die ersten Probleme:
Wir wussten nicht wo wir hin gehen sollten. Die Masse teilte sich in zwei Parteien auf, sodass wir das erste Mal mit der englischen Sprache konfrontiert wurden. So stellten wir fest, dass wir wieder durch die Sicherheitskontrolle sollten. Da in Deutschland keine Probleme dabei aufgetreten sind, machten wir uns keine Gedanken. Das war ein Fehler. Als Sophies Rucksack zweimal durch die Schleuse geschickt wurde und dann eine Frau auf uns zukam, wurde uns leicht mulmig. Die Frau fragte nach etwas, was wir nicht verstanden haben. Gut, dass man ja mit Händen und Füßen kommunizieren kann, was uns hier auch nicht wirklich weiter brachte. Erst als Sophie den kompletten Rucksack ausgeräumt hatte, kamen wir dahinter, was sie meinte. Es war eine Schere im Verbandspacket, die dort nicht sein durfte. Doch als die Frau sie entdeckte sagte sie: „It´s ok!“. Und wir dachten nur „Und dafür macht die so ein Aufwand?!“ Sophie durfte nämlich ihre Schere behalten…
Nach der ganzen Aufregung hatten wir dann „glücklicherweise“ anderthalb Stunden länger Zeit zum Entspannen, da das Flugzeug noch nicht startklar war (warum auch immer). Dann hatten wir noch vier Stunden Flug vor uns, die wir auch überstanden haben. Um 10:00 Uhr Indische Zeit sind wir dann endlich gelandet. Für die Passkontrolle, eine weiter Sicherheitskontrolle (in der die Schere keinen interessierte) und das Abholen unsere Koffer (die Dankbarerweise ganz zum Schluss kamen) brauchten wir eine weiter Stunde. Nun konnte Victor (Charles Rayas Bruder) uns dann endlich in Empfang nehmen (er wartet dort schon seit 8:00 Uhr in der prallen Sonne). Hier nochmal herzlichen Dank an ihn, dass er dies gemacht hat!